Mittwoch, 29. Juli 2015

Tage wie diese....

Heute war wieder einer der schlimmen Migränetage. An Tagen wie diesen ist mein Leben anders - ganz anders, als an "normalen Tagen". Die Bedeutung von Dingen und auch Gefühlen verschiebt sich. Eine große Angst überdeckt auch den Rest von Lebensfreude.

Ich leide an Basilarismigräne, eine selternere Migräneform, dessen Zentrum das Zentralnervensystem ist. Diverse Symptome sind einem Schlaganfall auch sehr ähnlich. Mancher Migränepatient mit einem Basilarismigräneanfall ist schon mit Verdacht auf Schlaganfall in die Klinik eingewiesen worden. Bekannt ist auch, dass Menschen mit Basilarismigräne durchaus auch bei einem Anfall einen Schlaganfall erleiden können.

Ein Migräneanfall ist nicht wie der andere. Manche Anfälle sind sich von den Symptomen ähnlich, aber es gibt auch Anfälle, die ich so noch nie erlebt habe. Und so ein Anfall macht große Angst. Die Realität verschiebt sich teilweise und was gestern noch wichtig war ist heute unwichtig, was gestern noch normal war, ist heute ein großes Problem.

Meine Migränetrigger sind Wetterumschwünge. Von schlechtem Wetter nach schönem habe ich meist starken Drehschwindel, umgekehrt mehr Schwankschwindel mit diversen zusätzlichen körperlichen und seelischen Symptomen, die niemand einer Migräne zuordnen würde.

Wie zum Beispiel der Anfall von heute Morgen. Ich wachte mit großem Unruhegefühl auf, mein Körper kribbelte, wie wenn viel zu viel Adrenalin ausgeschüttet würde, ich hatte starkes Herzrasen und das Herz pochte wie ein Hammer von innen an die Rippen. Alles drehte sich. Dann kamen die Magen-/Darmkrämpfe und der Durchfal und die Unterzuckerung. Den ganzen Tag hatte ich ein Unwirklichkeitsgefühl, ganz so, als sei ich in Trance. Ich lag heute nur auf dem Sofa und versuchte mich nicht zu bewegen, so blieb die Welt einigermaßen im Gleichgewicht. Die Kopfschmerzen waren einigermaßen erträglich. Erst als das Wetter sich besserte, ging es mir langsam besser.

Tage wie diese sind verlorene Tage - ca. 1/8 meines Lebens ist Qual und Angst und Schmerz und verloren. Und leider stehen die meisten restlichen Tage meines Lebens im Schatten dieser verlorenen. Tage.

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